Sommerzeit ist Grünzeugzeit! Nie ist die Auswahl an Früchten, Gemüse und Beeren so gross und preiswert wie jetzt. Beim Kauf von Früchten, die man zu Saft verarbeiten möchte, sollte man vor allem auf Saftgehalt und Reife achten: «Vollreife Früchte sind hoch aromatisch im Geschmack und geben mehr Saft ab», weiss Stefan Staiger, stellvertretender Küchenchef im Zürcher Veggie-Restaurant tibits. Zudem brauche es dann keinen zusätzlichen Zucker mehr. Zu den saftreichen Früchten gehören alle Beeren sowie Äpfel, Birnen, Trauben, Kir- schen, Kiwi, Orangen, Grapefruits, Melonen, Ananas, Mango, Papaya und viele mehr. An der Gemüsefront bieten sich saftreiche Sorten wie Tomaten oder Gurken an. Aber auch Peperoni, Fenchel, Stangensellerie oder Wurzelgemüse wie Sellerie, Randen oder Karotten eignen sich als Saft-Rohmaterial.
«Bei der Kombination von Frucht- und Gemüsesorten kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Einfach das kombinieren, was einem schmeckt», rät Staiger. Säfte, die ihm gut schmecken, sind Kombinationen aus Apfel-Karotten-Orangen, Fenchel-Apfel-Zitronen oder Passionsfrucht-Randen-Karotten- Bananen. Vor dem Entsaften muss das Obst und Gemüse gut gewaschen werden. Nur wenn nötig schälen. Mit einer guten Saftpresse erhält man die grösste Saftausbeute. Wer öfters Säfte herstellen will, sollte sich darum einen guten Entsafter kaufen. Für erste Versuche kann man die vollreifen Früchte aber auch einfach klein schneiden und mit Hilfe eines Pürierstabes oder Mixers pürieren und mit Zugabe von Wasser oder frisch gepresstem Saft verschiedener Zitrusfrüchte verdünnen. Bei allen Säften rät Stefan Staiger einen Schuss frisch gepressten Zitronensaft beizumischen: «Das verzögert das Oxidieren, also die bräunliche Verfärbung des Saftes und mindert den Vitamin-C-Verlust». Wem das saftige Resultat zu wenig süss ist (immer zuerst probieren!), kann mit Ahornsirup oder Honig nachhelfen. Gepresste Kräuter wie Pfefferminze, Zitronenmelisse, Basilikum und Petersilie aber auch Ingwer verleihen jedem Saft eine neue Note. Bei Gemüsesäften kann man mit Salz, Pfeffer und anderen klassischen Gewürzen experimentieren. Da selbstgemachte Säfte im Unterschied zu Produkten aus dem Supermarkt keine Konservierungsstoffe enthalten, sind sie nicht lange haltbar. «Besonders Gemüsesäfte sind sehr empfindlich und verderben rasch», warnt Staiger und rät, die Säfte sofort zu geniessen.

Ingwer-Karotten-Apfel-Saft*
Zubereitungszeit: 15 Minuten (für 1 Liter)
100 g Ingwer | 8 Zitronen | 1,2 kg Karotten | 2 Äpfel (Jonagold, 200 g) | 2 Fenchelknollen (200 g)
1) Ingwer und Zitronen schälen. Die Karotten waschen und schälen. Äpfel und Fenchel halbieren oder vierteln, so dass sie in die Saftpresse passen.
2) Alles durch die Saftpresse lassen, gut umrühren und 5 Minuten stehen lassen, dann gut abschäumen.
3) Kalt stellen. Vor dem Servieren nochmals gut durchrühren
Tipp: Kann auf Wunsch mit Ahornsirup gesüsst werden.
*Dieses und weitere feine Rezepte können im Kochbuch «tibits at home» oder im tibits App nachgelesen und nachgekocht werden.